Häufigkeit und Bedeutung
AB negativ ist mit 1 Prozent die seltenste Blutgruppe in Deutschland. Von 100 Menschen hat statistisch gesehen nur einer diese Gruppe. Trotz der Seltenheit spielt AB- in der Transfusionsmedizin eine besondere Rolle: Das Plasma enthält keine A-, B- oder Rhesus-Antikörper und ist deshalb für alle Blutgruppen als Plasma geeignet.
| Eigenschaft | Angabe |
|---|---|
| Blutgruppe | AB negativ |
| Häufigkeit Deutschland | 1 % |
| Häufigkeit weltweit | ca. 1 % |
| Spenden an | AB+, AB- |
| Empfangen von | A-, B-, 0-, AB- |
Wie wird die Blutgruppe bestimmt?
Jede Blutgruppe wird durch zwei Systeme festgelegt: das ABO-System und das Rhesus-System. Das ABO-System geht auf den Mediziner Karl Landsteiner zurück, der 1901 die ersten Blutgruppen beschrieb und dafür 1930 den Nobelpreis für Medizin erhielt.
Im ABO-System entscheiden Antigene auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen, ob jemand A, B, AB oder 0 hat. Im Blutplasma befinden sich spiegelbildlich dazu Antikörper gegen die fehlenden Antigene. Das macht inkompatible Transfusionen gefährlich: Fremde Antigene lösen eine Immunreaktion aus, die zur Zerstörung der übertragenen Blutzellen führt.
Der Rhesus-Faktor bezeichnet das Vorhandensein des D-Antigens. Wer es hat, ist Rhesus positiv. Wer es nicht hat, Rhesus negativ. Etwa 85 Prozent der Deutschen sind Rhesus positiv.
Wer kann spenden, wer kann empfangen?
Bei Transfusionen ist die genaue Übereinstimmung von ABO-Gruppe und Rhesus-Faktor entscheidend. Wird inkompatibles Blut übertragen, reagiert das Immunsystem des Empfängers mit Antikörpern gegen die fremden Antigene. Diese Reaktion kann lebensbedrohlich sein.
Menschen mit AB negativ können Erythrozyten von A-, B-, 0-, AB- empfangen und an AB+, AB- spenden.
Wie wird AB negativ vererbt?
Blutgruppen werden nach den Mendelschen Regeln vererbt. Jedes Elternteil gibt ein ABO-Merkmal weiter. A und B sind dominant gegenüber 0, stehen aber gleichrangig zueinander. Wer von einem Elternteil A und vom anderen 0 erbt, hat Blutgruppe A. Das 0 bleibt verborgen.
Rhesus positiv ist dominant gegenüber negativ. Wer von beiden Elternteilen das negative Merkmal erbt, ist Rhesus negativ. Die genaue Ableitung lässt sich über den Blutgruppen-Rechner des BRK-Blutspendedienstes durchführen.